Focusing

Anfänger*in-Geist

Im Focusing ist der Anfänger*in-Geist die Grundhaltung. Was heißt das? Ich bin immer wieder neu da. So als wäre es das erste Mal, dass ich mit einem Thema, einem Menschen und mit mir in Verbindung gehe. Ich bin immer wieder eingeladen, meine schon oft gedachten Gedanken, meine Bewertungen, Glaubenssätze, Vorannahmen, Theorien zur Seite zu stellen, und neu, offen und neugierig zu sein für den Menschen mir gegenüber, für das Thema, mit dem ich mich auseinandersetze und für das, was ich in mir wahrnehme. Das heißt nicht, mein Wissen und meine Erfahrungen zu vergessen, aber sie sind nicht der Startpunkt. Der Startpunkt ist das, was davor ist, das, was noch keine eindeutigen Worte hat, sondern für das noch die genau passenden Worte gefunden werden dürfen. Was bedeutet das für mein Schreiben in diesem Moment? Ich spüre meine Finger auf den Tasten. Sie sind glatt. In mir ist es nicht glatt gerade, da ist eher was „Störendes, Unangenehmes“. Mit dem Anfängerin-Geist bin ich neugierig und offen für das, was da ist. Was ist das „Störende“ gerade? Das Störende aktuell ist, dass Impulse etwas im Außen zu tun, immer wieder gebremst werden. Ich kann nicht einfach in einen Laden gehen und mir zum Beispiel neue Wanderschuhe kaufen. Ich brauche einen Termin und muss die aktuellen Regelungen im Blick haben. Das Störende ist das Komplizierte. Es fühlt sich nicht einfach und fließend an, sondern immer wieder gestoppt oder gebremst. Ja, so ist es für mich. Das stimmt. Ich mag es gerne einfach und fließend – ohne Störungen. Das bekomme ich derzeit eher selten im Außen. Da ist vieles gestoppt und kompliziert. Jetzt merke ich, dass das erst einmal ein innerer Schritt war. Das Unangenehme ist benannt worden und dadurch fühle ich gerade eine gewisse Leichtigkeit. Etwas, was in mir ist, ist gesehen worden und hat Worte bekommen, die genau passen. Mehr braucht es gerade nicht.

Magst du wahrnehmen, was du gerade unter deinen Fingern spürst? Wie fühlt es sich an? Und wie ist es in dir? Genauso oder ganz anders? Nimm dein Erleben als Startpunkt und nicht die Theorie, die du über dich und dein Leben hast.

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